CRA

CRA Compliance: Schritt für Schritt zur Umsetzung des Cyber Resilience Act

CRA Compliance bedeutet: Sicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Elementen nachweisbar erfüllen, von der Risikoanalyse bis zur technischen Dokumentation. Die Meldepflichten für Schwachstellen gelten ab dem 11. September 2026, die volle Geltung des Cyber Resilience Act (CRA) beginnt am 11. Dezember 2027. Diese Seite liefert eine Checkliste, ein Evidence-Mapping und die Umsetzungslogik für IT-Leitung und Geschäftsführung im Mittelstand.

Betroffenheit

Bin ich vom CRA betroffen und was folgt daraus für die Umsetzung?

Wer Produkte mit digitalen Elementen in der EU in Verkehr bringt, fällt in der Regel unter den CRA. Das betrifft Hersteller, Importeure und Händler von vernetzter Hardware und Software gleichermaßen. Die konkrete Betroffenheit hängt von Produktkategorie, Vertriebsweg und Rolle in der Lieferkette ab.

Für die Umsetzung zählt vor allem eines: Sobald die Betroffenheit feststeht, beginnt die eigentliche Arbeit an Nachweisen, Prozessen und Dokumentation.

Eine ausführliche Einordnung von Rollen sowie der Klassifizierung als Standard-, Important- oder Critical-Produkt nach Annex III und IV finden Sie in unserer detaillierten Scope-Analyse: Wer ist vom CRA betroffen?.

Was gehört in die CRA Compliance Checkliste?

Scope-Prüfung, Risikoanalyse, Security-by-Design, SBOM, Vulnerability-Management, Meldeprozess, technische Dokumentation, Konformitätsbewertung und CE-Kennzeichnung – jede Pflicht braucht einen konkreten Nachweis, eine verantwortliche Stelle und einen dokumentierten Status. Ohne diese Struktur bleibt CRA Compliance ein abstraktes Ziel statt eines steuerbaren Projekts. Die Cyber Resilience Act Checkliste bildet den Rahmen für Ihr eigenes Umsetzungstracking. Für eine rechtskonforme und praktikable Umsetzung der CRA-Vorgaben werden in den meisten Fällen zusätzlich Schulungen unerlässlich sein: Ohne geschulte Mitarbeitende in Entwicklung, Einkauf und Geschäftsführung lassen sich die neun Pflichten in der Praxis kaum zuverlässig erfüllen. 

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Evidence-Mapping: Welche Dokumente brauchen Sie wofür?

Jede CRA-Pflicht erzeugt ein spezifisches Dokument mit einem klaren Verwendungszweck. Diese Zuordnung erspart Ihnen doppelte Arbeit bei Audits und Meldungen. Die folgende Tabelle zeigt, welches Dokument bei welcher Prüfung vorgelegt wird.

PflichtDokumentVerwendungszweck
Scope-PrüfungKlassifizierungsdokumentAudit, interne Nachweisführung
RisikoanalyseRisk-Assessment-BerichtCE, Audit, Marktüberwachungsbehörde
Security-by-DesignArchitektur- und Design-DokumentationAudit, technische Dokumentation
SBOMSoftware Bill of MaterialsCE, Audit, ENISA-Meldung
Vulnerability-ManagementProzessdokumentationAudit, Marktüberwachungsbehörde
MeldeprozessMeldeworkflow und Ansprechpartner:innen-ListeENISA-Meldung, Marktüberwachungsbehörde
Technische DokumentationVollständige DokumentationsmappeCE, Audit, Marktüberwachungsbehörde
KonformitätsbewertungKonformitätserklärungCE, Marktüberwachungsbehörde
CE-KennzeichnungCE-KennzeichnungsnachweisMarktzugang, Marktüberwachungsbehörde
Risk Assessment

Wie führen Sie ein CRA Risk Assessment durch?

Ein CRA Risk Assessment bewertet systematisch, welche Sicherheitsrisiken von einem Produkt mit digitalen Elementen ausgehen. Es unterscheidet sich grundlegend von einem Assessment nach ISO 27001 oder IEC 62443. ISO 27001 bewertet die Informationssicherheit einer Organisation. IEC 62443 fokussiert auf industrielle Automatisierungssysteme. Der CRA dagegen ist produktzentriert: Er fragt, welche Cybersecurity-Risiken sich aus dem Produkt, seinen Komponenten, Schnittstellen, vorgesehenen und vorhersehbaren Nutzungen sowie dem gesamten Supportzeitraum ergeben.

Diese Unterscheidung hat praktische Folgen. Ein Unternehmen mit ISO-27001-Zertifizierung hat noch kein CRA-konformes Risk Assessment für seine Produkte. Die Zertifizierungen ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht.

Das CRA Risk Assessment folgt fünf Schritten:

Identifikation:

Welche Komponenten, Schnittstellen, Abhängigkeiten und Angriffsflächen hat das Produkt? Welche Bedrohungen und Cybersecurity-Risiken ergeben sich aus Zweck, vorhersehbarer Nutzung, Einsatzumgebung und möglichen Schwachstellen?

Bewertung:

Wie hoch ist die Eintrittswahrscheinlichkeit und der potenzielle Schaden je Schwachstelle?

Maßnahmen:

Welche technischen und organisatorischen Maßnahmen reduzieren das Risiko?

Dokumentation:

Wie werden Ergebnisse nachvollziehbar und prüfbar festgehalten?

Review:

Wann und wie oft wird das Assessment aktualisiert?

Typische Fehler in der Praxis:

  • Das Assessment wird einmalig durchgeführt und danach nicht mehr aktualisiert. 
  • Komponenten von Drittanbietern werden nicht einbezogen. 
  • Die Bewertung bleibt qualitativ, ohne nachvollziehbare Kriterien. 
  • Ergebnisse landen nicht in der technischen Dokumentation.

Welche Methoden eignen sich für das CRA Risk Assessment?

Beispielhaft können die folgenden Methoden bei CRA Risk Assessments zum Einsatz kommen: STRIDE, TARA und CVSS. Jede Methode hat einen anderen Fokus und eignet sich für unterschiedliche Produkttypen.

STRIDE

(Spoofing, Tampering, Repudiation, Information Disclosure, Denial of Service, Elevation of Privilege) kategorisiert Bedrohungen nach Angriffstyp. Die Methode eignet sich gut für Software-Produkte mit komplexen Schnittstellen.

TARA

(Threat Analysis and Risk Assessment) bewertet Bedrohungsszenarien, Angriffswege und Auswirkungen systematisch und eignet sich besonders für vernetzte Produkte, Embedded Systems, Automotive- und OT-nahe Anwendungen.

CVSS

(Common Vulnerability Scoring System) bewertet einzelne Schwachstellen numerisch, zwischen 0 und 10. Diese Methode eignet sich weniger für die initiale Produktbewertung, dafür sehr gut für die laufende Priorisierung gemeldeter Schwachstellen.

Warum ist die SBOM Grundlage für das Risk Assessment?

Die Software Bill of Materials (SBOM) liefert die Datenbasis, ohne die kein Risk Assessment vollständig sein kann. Eine SBOM listet alle Softwarekomponenten eines Produkts auf, einschließlich Fremdkomponenten und Open-Source-Bibliotheken. Ohne diese Liste bleiben Schwachstellen in Drittkomponenten unsichtbar. 

Die SBOM ist gleichzeitig ein Pflichtbestandteil der technischen Dokumentation nach CRA. Sie erfüllt damit zwei Funktionen zugleich: Sie liefert Input für das Risk Assessment und dient als eigenständiger Compliance-Nachweis gegenüber Marktüberwachungsbehörden.

Eine vollständige SBOM enthält mindestens folgende Angaben:

  • Komponenten: Name und Herkunft jeder eingesetzten Software-Komponente
  • Versionen: Genaue Versionsnummer für jede Komponente
  • Lizenzen: Lizenzinformationen zur rechtlichen Einordnung
Gap-Assessment

Wie schließen Sie Lücken zwischen Ist-Stand und CRA-Anforderungen?

Ein Gap-Assessment vergleicht den aktuellen Stand Ihrer Produkte und Prozesse mit den CRA-Anforderungen und liefert einen priorisierten Maßnahmenplan. Die Methodik folgt einer klaren Vorgehensweise. Zuerst werden strukturiert existierende Dokumente und Prozesse erfasst und analysiert. Es folgt ein systematisches Assessment. Aus diesem können Maßnahmenpläne abgeleitet werden.

Ablauf im Detail:

Ist-Stand Erfassung

Erfassung des aktuellen Ist-Stands durch Dokumenten- und Prozessprüfung.

Assessment

Abgleich jeder Pflicht mit dem aktuellen Ist-Stand im Unternehmen.

Maßnahmenplan

Priorisierte Liste offener Punkte mit Verantwortlichkeiten und Fristen.

Typische Lücken aus der Beratungspraxis (anonymisiert)

In vielen mittelständischen Unternehmen fehlt eine zentrale SBOM-Verwaltung. Verantwortlichkeiten für Schwachstellenmeldungen sind oft nicht schriftlich fixiert. Technische Dokumentation existiert häufig nur in Teilen, verteilt auf verschiedene Abteilungen ohne einheitliches Format.

Die Priorisierungslogik folgt einem risikobasierten Prinzip. Basierend auf der Umsetzungszeit, der erwarteten Compliance-Wirkung und den möglichen Konsequenzen, die sich aus der Lücke ergeben, werden Maßnahmen priorisiert. Strukturelle Maßnahmen mit langer Vorlaufzeit werden parallel gestartet, aber nicht zuerst abgeschlossen.

Welche Quick Wins können Sie sofort umsetzen?

Vier Maßnahmen lassen sich innerhalb weniger Wochen umsetzen und schaffen eine erste belastbare Evidence-Basis. Diese Quick Wins gewinnen an Bedeutung, weil die Meldepflichten bereits im September 2026 greifen. 

  • Scope dokumentieren: Halten Sie schriftlich fest, welche Produkte unter den CRA fallen und in welche Kategorie sie einzuordnen sind.
  • SBOM-Erstellung starten: Beginnen Sie mit den Produkten, die am nächsten an Release, Inverkehrbringen oder CE-Kennzeichnung stehen. Erfassen Sie zunächst Hauptkomponenten, Drittkomponenten und Open-Source-Abhängigkeiten und bauen Sie die SBOM anschließend schrittweise aus.
  • Verantwortlichkeiten klären: Legen Sie fest, wer für Risikoanalyse, Meldeprozess, Konformitätsbewertung und Dokumentation zuständig ist.
  • Meldeprozess definieren: Skizzieren Sie, wie eine Schwachstellenmeldung intern von der Entdeckung über Bewertung und Eskalation bis zur externen Meldung läuft.

Diese vier Punkte lassen sich parallel zu laufenden Projekten bearbeiten. Sie schaffen die Grundlage, auf der weitere Maßnahmen aufbauen.

Welche strukturellen Maßnahmen brauchen mehr Zeit?

Vier Maßnahmen erfordern strukturelle Veränderungen und damit deutlich mehr Vorlaufzeit als die Quick Wins. Diese Maßnahmen betreffen Prozesse, Organisation und Konformitätsbewertung, nicht nur Dokumentation.

Security-by-Design in Entwicklungsprozesse integrieren

PSIRT aufbauen

Konformitätsbewertungsverfahren einleiten

CE-Kennzeichnung vorbereiten

Laut ONEKEY IoT & OT Cybersecurity Report 2025 (Befragung von 300 deutschen Industrieunternehmen) ist nur ein knappes Drittel (32 Prozent) der Unternehmen mit den CRA-Anforderungen umfassend vertraut. Diese Zahl verdeutlicht, warum strukturelle Maßnahmen frühzeitig starten sollten. 

Für die Priorisierung dieser Maßnahmen dienen die gesetzlichen Fristen als Orientierung: Meldepflichten gelten ab September 2026, die volle Geltung des CRA ab Dezember 2027. Alle CRA-Fristen im Überblick

SBOM & PSIRT

Wie sichern SBOM und PSIRT laufende CRA-Compliance?

CRA Compliance ist ein Dauerprozess, kein einmaliges Projekt mit Abschlussdatum. Produkte verändern sich über ihren Lebenszyklus, neue Schwachstellen tauchen laufend auf. Zwei Elemente sichern diese fortlaufende Compliance: die SBOM und das PSIRT. 

Die SBOM braucht drei wiederkehrende Prozessschritte: 

  1. Erstellung bei jedem neuen Release, 
  2. Aktualisierung bei jeder Komponentenänderung und 
  3. Versionierung, damit jede Produktversion ihre eigene, nachvollziehbare SBOM besitzt. 

Das Product Security Incident Response Team (PSIRT) ist die organisatorische Antwort auf laufende Schwachstellenmeldungen. Es bündelt Verantwortlichkeiten für Aufnahme, Bewertung und Behebung von Sicherheitslücken.

Der typische Ablauf:

Vulnerability Intake

Eingang einer Schwachstellenmeldung, intern oder extern über definierte Kanäle.

Validierung:

Die Meldung wird auf ihre Korrektheit hin überprüft. Sofern möglich wird versucht den Angriffspfad nachzubilden. Betroffene Produkte und Versionen werden festgestellt.

Triage:

Bewertung von Schweregrad und Betroffenheit.

ENISA-Frühwarnung:

Binnen 24h muss die Frühwarnung an die SRP erfolgen.

Entscheidung:

Risikobasiert wird über das weitere Vorgehen und umzusetzende mitigierende Produktmaßnahmen entschieden.

ENISA-Meldung:

Binnen 72h muss die eigentliche Schwachstellenmeldung in der SRP bei ENISA eingehen.

Fix:

Entwicklung und Umsetzung dieser Maßnahmen. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird vor einem Release umfassend getestet.

Release:

Veröffentlichung und Distribution des Fixes, i.d.R. durch ein Update.

ENISA-Meldung:

Spätestens 14 Tage nach Bereitstellung des Fixes erfolgt die Abschlussmeldung an ENISA.

Die Meldepflichten gelten ab dem 11. September 2026: Für aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwere Sicherheitsvorfälle gilt jeweils: eine Frühwarnung innerhalb von 24 Stunden und eine weitergehende Meldung innerhalb von 72 Stunden nach Bekanntwerden. Bei aktiv ausgenutzten Schwachstellen folgt zusätzlich ein Abschlussbericht spätestens 14 Tage nach Verfügbarkeit einer Korrektur- oder Minderungsmaßnahme. Bei schweren Sicherheitsvorfällen folgt ein Abschlussbericht innerhalb eines Monats nach der 72-Stunden-Meldung. Die Meldung erfolgt über die CRA Single Reporting Platform (SRP) gleichzeitig an ENISA, das und das koordinierenden CSIRT (Computer Security Incident Response Team). Die Details dieses Meldeprozesses beschreiben wir separat: Meldepflichten im Detail

Wie baut ein mittelständisches Unternehmen ein PSIRT auf?

Ein funktionsfähiges PSIRT braucht nicht zwingend eine eigene Sicherheitsabteilung. Für den Einstieg genügen: eine benannte Kontaktstelle für Schwachstellenmeldungen, ein dokumentierter Eskalations- und Triageweg, mit klaren Rollen und Verantwortlichkeiten, sowie einem Zeitrahmen für die erste Reaktion. 

Viele mittelständische Unternehmen kombinieren interne und externe Ressourcen. Die Kontaktstelle und die Entscheidungshoheit bleiben intern, während technische Bewertung und Behebung teilweise extern eingekauft werden. Diese Kombination funktioniert, solange die Verantwortlichkeiten klar dokumentiert sind und die Reaktionszeiten eingehalten werden.

Schulung & Training

Wer im Unternehmen braucht CRA Schulung und Training?

Der CRA verlangt nachweisbare Fähigkeiten, Prozesse und Dokumentation. Schulungen sind dafür ein sinnvoller und oft notwendiger Nachweisbaustein. Für die CRA-Compliance müssen Unternehmen belastbar darlegen können, dass die relevanten Rollen ihre Aufgaben in Produktentwicklung, Risikobewertung, Vulnerability Handling, Meldeprozess und technischer Dokumentation wirksam erfüllen können. 

Diese Rollen sind direkt betroffen:

Produktmanagement

Einkauf und Lieferantenmanagement

PSIRT, IT-Sicherheit und Compliance

Geschäftsführung

Die Schulungsinhalte unterscheiden sich je nach Rolle:

  • Secure Coding: Vermeidung typischer Schwachstellenklassen bereits im Code
  • Vulnerability Handling: Umgang mit gemeldeten Schwachstellen 
  • Meldeprozesse: Ablauf und Fristen der CRA-Meldepflichten 
  • Dokumentationspflichten: Anforderungen an technische Dokumentation und Nachweise

Die Nachweisführung dieser Schulungen ist Teil der Compliance-Dokumentation. Ein Audit prüft nicht nur, ob geschult wurde, sondern auch, ob die Inhalte zu den tatsächlichen Aufgaben der Rolle passen. Axians bietet Schulungen zu diesen Themen an, abgestimmt auf die jeweilige Rolle im Unternehmen.

Awareness- vs. technisches Training: Was braucht welche Zielgruppe?

Nicht jede Rolle braucht dasselbe Trainingsformat. Technische Rollen benötigen tiefes Fachwissen, kaufmännische Rollen brauchen vor allem Bewusstsein für Risiken. 

Zielgruppe Trainingsformat Beispielinhalt 
Entwickler:innen Technisches TrainingSecure-Coding-Praktiken, Schwachstellenklassen
ProduktmanagementTechnisches Training plus AwarenessCRA-Anforderungen je Produktkategorie
EinkaufAwareness-TrainingLieferanten-Compliance, SBOM-Anforderungen an Zulieferer
GeschäftsführungAwareness-TrainingHaftungsrisiken, Bußgeldrahmen, strategische Priorisierung
PSIRTAwareness- und Prozess-TrainingTriage, Meldekette und Eskalationsstufen, ENISA-Meldungen
ComplianceAwareness-TrainingVorgaben des CRA, Vorgaben zur CE-Kennzeichnung

Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Entwickler:innen brauchen Secure-Coding-Training, um Schwachstellen von Anfang an zu vermeiden. Der Einkauf braucht dagegen Awareness für Lieferanten-Compliance, um bei der Auswahl von Zulieferern auf CRA-Konformität zu achten.

Externe Beratung

Wann ist externe CRA Beratung sinnvoll?

Externe CRA Beratung lohnt sich, wenn interne Ressourcen, Fachwissen oder Zeit für eine eigenständige Umsetzung fehlen. Das betrifft besonders Unternehmen mit komplexen Produktlandschaften oder gemischten IT/OT-Umgebungen (Informationstechnologie und Operational Technology). 

Gute Beratung leistet vier Dinge:

1
Gap-Assessment

Systematischer Abgleich von Ist-Stand und CRA-Anforderungen.

2
Umsetzungsbegleitung

Unterstützung bei der praktischen Umsetzung der Maßnahmen.

3
Dokumentation

Erstellung und Pflege der geforderten Nachweise.

4
Training

Vermittlung der notwendigen Kompetenzen an die relevanten Rollen.

Bei der Auswahl eines Beratungspartners lohnt sich der Blick auf vier Kriterien: Zertifizierungen der Berater:innen, nachweisbare Referenzen aus vergleichbaren Projekten, Branchenerfahrung im jeweiligen Produktsegment und IT/OT-Kompetenz für vernetzte Produktionsumgebungen. 

Wir begleiten Unternehmen bei Gap-Assessments, Risikoanalysen, Dokumentationsaufbau und Schulungen im Rahmen der CRA-Umsetzung. Der Fokus liegt dabei auf Unternehmen mit gemischten IT- und OT-Landschaften.

Was ist bei IT/OT-Sicherheit im CRA-Kontext zu beachten?

IT/OT-Umgebungen bringen eigene Herausforderungen für die CRA-Umsetzung mit sich. Systeme wie ICS (Industrial Control Systems) oder SCADA (Supervisory Control and Data Acquisition) laufen oft über Jahrzehnte, ohne für regelmäßige Sicherheitsupdates ausgelegt zu sein. 

Die Norm IEC 62443 dient hier als etablierter Referenzrahmen für die organisatorische und technische Absicherung industrieller Automatisierungssysteme. Sie ergänzt den CRA, ersetzt ihn aber nicht, da der CRA produktbezogen und IEC 62443 organisationsbezogen ausgerichtet ist. Axians Cyber Security verfügt über Erfahrung in beiden Welten, IT und OT, und ordnet CRA-Anforderungen in bestehende IEC-62443-Strukturen ein.

Nächste Schritte

Wie starten Sie jetzt mit der CRA-Umsetzung?

Der Einstieg in die CRA-Umsetzung gelingt über drei Sofortmaßnahmen:

  1.  Scope prüfen: Klären Sie, welche Produkte unter den CRA fallen und in welche Kategorie sie gehören.
  2. Checkliste durcharbeiten: Gehen Sie die zehn Pflichten systematisch durch und dokumentieren Sie den Status.
  3. Gap-Assessment starten: Identifizieren Sie offene Punkte und priorisieren Sie Maßnahmen nach Aufwand und Frist. 

Checkliste herunterladen  Gap-Assessment anfragen

FAQ

Häufige Fragen zur CRA Compliance

Was ist CRA Compliance?

CRA Compliance bedeutet, alle Sicherheitsanforderungen des Cyber Resilience Act für Produkte mit digitalen Elementen nachweisbar zu erfüllen. Dazu gehören Risikoanalyse, Security-by-Design, Schwachstellenmanagement, technische Dokumentation und Konformitätsbewertung. Ohne dokumentierte Nachweise gilt eine Pflicht nicht als erfüllt.

Ab wann gilt der Cyber Resilience Act vollständig?

Die Meldepflichten für Schwachstellen und Sicherheitsvorfälle gelten ab dem 11. September 2026. Die volle Geltung des CRA, einschließlich CE-Kennzeichnung und Konformitätsbewertung, beginnt am 11. Dezember 2027 (Quelle: CRA Article 71).

Was sind die Konsequenzen bei Nicht-Compliance?

Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 15 Millionen Euro oder 2,5 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher liegt (Quelle: CRA Art. 64). Zusätzlich kann die zuständige Marktüberwachungsbehörde den Marktzugang für nicht konforme Produkte einschränken oder untersagen.

Diese Angaben dienen der Orientierung und stellen keine Rechtsberatung dar. Für eine rechtsverbindliche Einschätzung konsultieren Sie eine auf IT-Recht spezialisierte Rechtsanwältin oder einen entsprechend spezialisierten Rechtsanwalt.

Was ist eine SBOM und warum ist sie für den CRA relevant?

Eine SBOM (Software Bill of Materials) listet alle Softwarekomponenten eines Produkts mit Version, Herkunft und Lizenz auf. Sie ist Pflichtbestandteil der technischen Dokumentation nach CRA und liefert die Datenbasis für das Risk Assessment.

Brauche ich für den CRA ein Risk Assessment?

Ja, ein Risk Assessment ist für alle Produkte mit digitalen Elementen verpflichtend, die unter den CRA fallen. Es bildet die Grundlage für Security-by-Design-Maßnahmen und für die technische Dokumentation.

Wie unterscheidet sich der CRA von NIS2?

Der CRA regelt Sicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Elementen, NIS2 dagegen betrifft die Cybersicherheit von Organisationen und kritischen Infrastrukturen. Beide Regelwerke können für ein Unternehmen gleichzeitig relevant sein. CRA vs. NIS2 vs. DORA

Brauche ich für den CRA eine externe Beratung?

Das hängt von internen Ressourcen und Fachwissen ab. Laut ONEKEY IoT & OT Cybersecurity Report 2025 ist nur ein knappes Drittel (32 Prozent) der befragten deutschen Industrieunternehmen mit den CRA-Anforderungen umfassend vertraut. Für viele Unternehmen lohnt sich daher zumindest ein initiales Gap-Assessment mit externer Unterstützung.

Weiterführende Ressourcen: 

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